Vor zwei Jahren feierte das Sekthaus Geldermann 180 Jahre deutsch-französische Sektkultur. Die Anfänge des badischen Unternehmens liegen in der Champagne, wo Peter Geldermann zusammen mit seinem Freund William Deutz 1838 den Grundstein für die lange Tradition legte. Dass diese bei Geldermann bis heute lebendig und kraftvoll »weiterprickelt«, ist auch der Verdienst von Marc Gauchey. Seit 2001 ist er für die Assemblage der Sekte zuständig. Wir trafen den Chef de Cave zum Interview.

Wir beginnen mit einer kurzen »Standortbestimmung«

Bevor es 1995 zur Teilung von Deutz & Geldermann kam, erhielt die deutsche Niederlassung 1925 im badischen Breisach einen Standort, an dem das Sekthaus Geldermann bis heute produziert. Was macht diesen Ort so besonders?

Wir sind hier an der Grenze des Kaiserstuhls, einer sehr bedeutsamen Weinregion. Unsere über 600 Jahre alten Gewölbekeller befinden sich unter dem Münsterberg der Stadt Breisach. Hier sind die Konditionen für eine ruhige und langsame Gärung der Sekte auf der Flasche ideal. Es herrschen maximal 14°C.

Geldermann Sekte mit passendem Verschluss
Über 180 Jahre deutsch-französische Sektkultur: Geldermann.

Der Name Geldermann steht für deutsch-französische Sekttradition. Sie selbst kommen aus dem Elsass. Welche Einflüsse aus Frankreich, insbesondere aus der Champagne, sind darüber hinaus in Ihren Sekten zu schmecken?

In der Champagne liegen unsere Wurzeln und wir produzieren unsere Geldermann-Premiumsekte nach der Handwerkskunst der traditionellen Flaschengärung. Nach dieser Methode werden auch Champagner und Crémant hergestellt. Außerdem sind die Rebsorten, mit denen wir unsere Sekte prinzipiell erzeugen, französischen Ursprungs: Chenin Blanc, Chardonnay, Pinot Noir und Ugni Blanc. Diese Trauben bestimmen die qualitative Richtung unserer Produkte.

Geldermann-Premiumsekte sind kunstvolle Kreationen

Für eine gelungene Assemblage braucht es Erfahrung, Feingefühl und Inspiration. Verstehen Sie sich mehr als Önologe oder als Künstler?

Ich bin davon überzeugt, dass im Önologen auch ein Künstler steckt. Die Palette an Möglichkeiten, die aus einer Assemblage kommen kann, ist schließlich immens. Von den Aromen hin zum Geschmack – ohne die Farbe zu vernachlässigen – können so viele Facetten beleuchtet werden…

Marc Gauchey bei der Arbeit im Keller
Chef de Cave Marc Gauchey bei der Arbeit.

Kunden, die sich noch nicht so viel mit Schaumwein befasst haben, wundern sich manchmal, dass nur auf bestimmten Sekten ein Jahrgang angegeben ist. So ist es auch beim 2016 Geldermann Brut Jahrgangssekt. Was zeichnet ihn aus?

Es handelt sich hier um eine ganz besondere Assemblage aus Chardonnay und Spätburgunder, für die die Trauben in einem einzelnen Jahr, 2016, gelesen wurden. Diese Cuvée ist auch für die Marke Geldermann etwas Besonderes, sozusagen eine Originalität. Denn sie reflektiert sehr gut, was den Jahrgang 2016 ausmacht: Weine mit Präsenz und Harmonie, die schon jetzt ihre opulente Reife zeigen. Der Sekt lagert drei Jahre lang auf der Feinhefe und zeigt neben Düften von reifem Apfel, Birne und Pfirsich auch eine schöne Aromatik von frischgebackener Brioche.

Ich bin davon überzeugt, dass im Önologen auch ein Künstler steckt.

Marc Gauchey

Fülliger Kundenliebling: der Geldermann Grand Rosé

Der Geldermann Grand Rosé gehört zu unseren beliebtesten Schaumweinen. Was ist das Geheimnis hinter seinem harmonischen Geschmack?

Die Chance bei diesem Schaumwein besteht darin, dass wir dank der trockenen Dosage, etwas Spielraum haben und den tollen Spätburgunder mit unserem schlanken Chardonnay sowie Chenin Blanc und Ugni Blanc harmonieren lassen. Dadurch bekommt der Körper etwas mehr Fülle, was sehr gut zu den feinen Beerenaromen und der dezenten Süße des Grand Rosé passt.

Wozu empfehlen Sie ihn – abgesehen vom Aperitif, bei dem Sekt immer brilliert?

Den Geldermann Grand Rosé empfehle ich zu Kalb- oder Rindfleisch-Gerichten, aber auch zu Sushi. Und wenn es um den Nachtisch geht, sollten Sie ihn zu einem kräftigen Dessert auf Basis von Bitterschokolade probieren.

Sektschale mit drei Flaschen
Zum Anstoßen bereit: Premiumsekte von Geldermann.

Sie bieten an Ihrem Standort in Breisach ein umfangreiches Programm an Führungen und Seminaren an. Unter anderem lernen Ihre Gäste die Kunst des Sabrierens kennen, bei der ein Schaumwein mit dem Säbel geköpft wird. Wie oft wenden Sie diese Technik selbst an?

Ich säbele auch gerne, habe vor 20 Jahren als Geschenk einen sehr gut designten Säbel erhalten, der perfekt in der Hand liegt. Säbeln ist aber mehr eine Attraktion, die Flaschen können in keiner Weise wieder verschlossen werden und müssen danach ausgetrunken werden…

…was bei einem echten Geldermann gar kein Problem ist.

Das können auch wir nur bestätigen und wünschen unseren Kunden bei jeder nächsten Flasche Geldermann Sekt viel Freude und Genuss!

Danke Marc Gauchey für das interessante Gespräch.

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