Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Frankreich denken? Leckere Croissants, ein knuspriges Baguette oder cremig-würziger Käse? Oder denken Sie etwa an Wein? Überraschen würde uns das nicht. Schließlich ist Frankreich einer der größten Weinproduzenten der Welt und französische Weine sind nicht nur sprichwörtlich in aller Munde.

Die Auswahl ist entsprechend groß, auch bei den Qualitäten. Doch wer genauer hinschaut, ob im Weinregal oder im Webshop, fragt sich schnell, woran genau die Qualität französischer Weine zu erkennen ist. Der Preis gibt einen ersten Anhaltspunkt. Auf den Etiketten steht aber noch einiges mehr: VdF, IGP, AOP. – Was heißt denn das? In diesem Beitrag schauen wir uns die Qualitätsstufen französischer Weine einmal genauer an. Dabei bauen wir eine Pyramide, die zu erklimmen sich lohnt. Auf geht’s…

Wir schicken schon mal vorweg: Wein aus Frankreich gehört zu den weltweit am stärksten kontrollierten. Unsere europäischen Nachbarn verwenden für die Kontrolle ein eigenes Kategorie-System, mit dem jeder Wein anhand einzelner Merkmale einer Qualitätsstufe zugeordnet wird.

Weißwein im Glas vor Weinbergen.
Die Qualität französischer Weine wird streng kontrolliert.

Zu diesen Merkmalen zählen der Herkunftsort, der Mindestalkoholgehalt, der Höchstertrag pro Hektar, die Rebsorte sowie die verschiedenen Weinbereitungsmethoden. Welche Farbe der Wein hat, ist dabei nicht von Belang. Wichtiger ist das Maß der Kontrolle bei der Produktion. Denn je mehr Freiheiten ein Winzer in der Produktion seiner Weine hat, desto niedriger wird deren Qualität eingestuft. Die gute Nachricht ist: Dies und vieles mehr können Sie vom Etikett einfach ablesen. Damit Sie bei Ihrer nächsten Entdeckungsreise durch das Frankreich-Sortiment den Überblick behalten, erklären wir Ihnen in die wichtigsten Angaben im Folgenden genauer.

Warum ordnet man Weine nach ihrer Herkunft?

Die Herkunft eines Weins ist für die Franzosen sehr wichtig. Aber nicht nur für die. Aus ihr lässt sich bereits zu einem Gutteil die Qualität ablesen, die man später im Glas hat. Qualität und Herkunft – diese beiden sind also nicht zu trennen. Beide sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Weine. Aus diesem Grund trat 2009 die EU-Weinmarktreform in Kraft. Seitdem wird zwischen Weinen ohne geschützte Herkunftsbezeichnung, Weinen mit geschützter geografischer Angabe (g. g. A.) sowie Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g. U.) unterschieden.

Das Herkunftsmerkmal beinhaltet neben dem Ursprungsort auch die Rebsorten, den Bodentyp und das vorherrschende Klima. Im Zusammenspiel bestimmen diese Faktoren am Ende die Qualität eines Weines. Als Faustregel gilt: Je genauer die Herkunftsangabe, desto höher die Qualität, die entsprechend strenger geprüft wird. Und oft gilt auch: desto höher die Preise. Denn Qualität hat ihren… Schon gut. Der Fall ist klar.

In Frankreich werden Weine bereits seit dem Ende des ersten Weltkrieges anhand ihrer Herkunftsbezeichnung eingeordnet. Heute verfügt die EU länderübergreifend über ein einheitliches Qualitätssystem. Die einzelnen Weinländer vergeben wiederum weitere Prädikate, die das Etikett zusätzlich angibt. Doch wir bleiben in Frankreich und steigen auf die erste Stufe der Pyramide. Die Frage lautet: Was heißt VdF?

Weg durch Weinberge
Die Herkunft entscheidet maßgeblich über die Weinqualität.

Vin de France (VdF)

Weine ohne geschützte Herkunftsangabe gehören der niedrigsten Qualitätsstufe »Vin de France« an. Oft liest man nur die Abkürzung »VdF«. Hierbei handelt es sich um Weine, die Sie zu kleinen Preisen größtenteils in Supermärkten antreffen. Bei Ludwig-von-Kapff werden Sie in dieser Kategorie deshalb nicht fündig. Bis zur Reform von 2009 hießen diese Weine »Vin de table«. Das Etikett gibt bei diesen »Tafelweinen« lediglich den Markennamen an. Vorschriftsmäßig müssen die Weine einen Mindestalkoholgehalt von 8,5 Prozent aufweisen. Die meisten Vin de France-Weine sind Verschnitte verschiedener Rebsorten aus ganz Frankreich. Sie machen etwa 15 Prozent der Gesamtproduktion im Land aus.

Beim Vin de France ist die Herkunft also sehr unspezifisch. Außer, dass die Weine aus Frankreich kommen, erfährt der Kunde weiter nichts. Das ändert sich erst auf der zweiten Stufe der Qualitätspyramide. Das Stichwort lautet »IGP«.

Indication Géographique Protégée (IGP)

Auch auf dieser Stufe brachte die EU-Reform eine neue Bezeichnung. Früher gab es die »Vin de pays«, die sogenannten »Landweine«. Seit 2009 gehören diese zur Kategorie »Indication Géographique Protégée« (IGP). Sie umfasst Weine mit geschützter geografischer Angabe. Zu diesen Gebieten gehören zum Beispiel das Pays d’Oc, die Gascogne oder das Val de Loire. Die Angabe der Herkunftsbezeichnung finden Sie direkt auf dem Flaschenetikett, häufig bereits auf der Vorderseite.

IPG-Weine sind im Mittelfeld der Qualitätsskala und Preisklassen anzusiedeln. Hier dürfen Sie bereits richtig gute Weine erwarten, die zugleich erschwinglich sind. In unserem Shop finden Sie eine größere Auswahl an Weinen der Qualitätsstufe IGP, darunter unseren weißen Bestseller, den Horgelus Blanc aus der Gascogne. Schnuppern Sie einfach mal rein!

Weinflasche des Horgelus Blanc vor fröhlicher Gesellschaft.
Der Horgelus Blanc ist ein Kundenliebling bei Ludwig von Kapff.

Appellation d’Origine Protégée (AOP)

Bleibt noch die Spitzenklasse der Qualitätsstufen französischer Weine. Oder anders gesagt: die Spitze der Pyramide. Diese markiert die Kategorie »Appellation d’Origine Protégée« (AOP), der etwa 30 Prozent der in Frankreich produzierten Weine angehören. AOP-Weine überprüft das französische Institut für Herkunftsbezeichnungen sehr streng, da diese Weine eine geschützte Ursprungsbezeichnung haben. Hier wird der Kreis der Herkunftsangabe also noch enger gezogen. Weitere Vorgaben des Instituts betreffen den Alkoholgehalt, den Höchstertrag pro Hektar, die Weinbereitungsmethoden sowie die Rebsorte. Doch damit nicht genug. Die AOP-Weine verteilen sich noch weiter auf drei Unterkategorien. Nämlich:

AOP Regional

Französische Weine dieser Kategorie müssen aus einer bestimmten Region kommen. Auf dem Etikett können Sie hier als Herkunftsangabe beispielsweise »Bordeaux«, »Provence« oder »Rhône« lesen. Unser Wein-Tipp aus dieser Kategorie ist der Rothschild Mouton Cadet Rouge. Einer der bekanntesten Weine der Welt aus der AOP Bordeaux.

AOP Kommunal 

Die Qualitätsstufe »AOP Kommunal« schreibt vor, dass Weine nur aus einer Gemeinde kommen dürfen. Die Herkunftsangabe auf dem Etikett ist dementsprechend eine Ortsangabe wie zum Beispiel »Beaumes-de-Venise«, eine Gemeinde im südlichen Rhônetal. Apropos, aus dem Rhônetal stammt auch unser Wein-Tipp dieser Kategorie. Die Reben für den M. Chapoutier »La Bernardine« wachsen in der kommunalen Appellation Châteauneuf-du-Pape, die ebenfalls weltbekannt ist. Probieren Sie einmal die große Klasse dieses Weins!

Weinberge in Frankreich
Weine aus Cru-Lagen bilden die Spitze der Qualitätspyramide.

AOP Cru

Bleibt noch die höchste aller Kategorien, die »AOP Cru«. Wir sind hier sozusagen in der absoluten Spitze der Qualitätsstufen französischer Weine angekommen. Weine dieser Zuordnung stammen von einem einzelnen Weingut, einer Lage oder einer Parzelle. Dies ist damit die kleinste und exakteste Herkunftsangabe und zugleich die höchste Qualitätsstufe. Zu den Weinen dieser Kategorie gehören die berühmten französischen Crus aus Bordeaux, dem Burgund oder dem Rhônetal. In Bordeaux besitzen zahlreiche Châteaux einen Cru-Status. Vielen von ihnen begegnen Ihnen beispielsweise in unserem Blogbeitrag zur Bordeaux-Subskription 2021. Zum Einstieg empfehlen wir Ihnen einen Schluck vom 2016 Château Léoville Barton. Dieses Weingut liegt in der Kommune Saint-Julien, die wiederum zum Bordeaux-Gebiet (regional) gehört. Wir wünschen schon mal guten Genuss!

Was das französische Weinetikett noch aussagt

Die Qualitätsstufen sind nicht alles, was sich vom Etikett eines französischen Weins ablesen lässt. Hier sind einige weitere Begriffe und ihre Bedeutungen in der Übersicht:

  • Crémant: Qualitäts-Schaumwein. Achtung: Kein Champagner, wird aber genau wie dieser im traditionellen Flaschengärverfahren erzeugt.
  • Brut: Angabe zum Restzuckergehalt bei Schaumweinen, liegt zwischen 0 und 12 Gramm.
  • Cuvée: Ein Verschnitt aus Weinen verschiedener Rebsorten, Lagen oder Jahrgängen.
  • Primeur/Nouveau: Junger Wein, der kurz nach der Abfüllung getrunken wird. ›Primeur‹ gilt für Qualitäts- und Landweine (AOP und IGP), ›Nouveau‹ beschreibt Tafelweine (Vin de France).
  • Blanc de Blancs: Aus hellen Trauben hergestellter Wein.
  • Mis en Bouteille: Hinweis auf den Ort der Abfüllung.
Menschen stoßen draußen mit Weinen an.
Je höher die Qualität, desto größer das Trinkvergnügen.

Weitere interessante Links zu den Qualitätsstufen französischer Weine: 

  • Französischer Wein – Qualitätsstufen, auf: franzoesischer-wein.netzwissen.de

(https://franzoesischer-wein.netzwissen.com/qualitaetsstufen)

Nun sind Sie an der Reihe. Entdecken Sie die Qualitätsstufen französischer Weine für sich und finden Sie Ihre Favoriten!

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