2. April 2017 – Amsterdam Schiphol Airport: Vielflieger aus dem Norden Deutschlands und Freunde von Bordeaux-Weinen können sich sicher schon denken, warum wir zu dieser Zeit im Jahr auf dem Flughafen in Amsterdam sitzen. Wir warten auf den Weiterflug nach Bordeaux. Denn es treibt uns wieder in das wohl spannendste Weinbaugebiet der Welt (um diese Zeit). Denn im Moment zur Zeit der Primeur-Kampagne steht Bordeaux Kopf. Alle Welt schaut in Richtung der Weinfelder nicht weit von der Atlantikküste Frankreichs entfernt. Für die Winzer und Château-Besitzer ist jetzt die wohl wichtigste Zeit im Jahr. Ok, die wichtigste Zeit nach der Ernte, die ja immer noch das Ergebnis all der vielen Arbeit das ganze Jahr über ist.

Heute, aber auch schon im Herbst 2016, als alle Trauben reif, gesund und mit vortrefflicher Qualität eingeholt wurden, sind bzw. waren Winzer und Besitzer der Bordelaiser Châteaux glücklich. Glücklich darüber, dass sie 2016 „finalement!!!“ doch noch einen sehr guten bis exzeptionellen Jahrgang erlebt haben. Fast alle sind sich sicher, dass 2016 gemeinsam mit 2015 in die Geschichte des Bordelaiser Weinbaus eingehen werden. Es werden wie 2009 und 2010 Zwillingsjahrgänge der Extraklasse. Ob wir hingegen wirklich von einem Jahrhundertjahrgang sprechen, werden die nächsten Tage zeigen. Gehört haben wir jedenfalls nur Gutes, sehr, sehr, sehr Gutes!!!

Was wir hingegen nicht verstehen können, dass manche Händler oder auch Journalisten nur so von 100-Punkten für diverse Weine um sich schmeißen. Dabei geht es uns nicht um die ganz seltenen großen wirklich perfekten Weine. Dabei bezieht sich die Perfektion auf alles in und um den Wein! Nein es geht da eher um sicher wirklich hervorragende Ausnahmequalitäten in niedrigeren Preisstufen, die selten aber ganz sicher nicht perfekt sind. 100 Punkte vergibt man nicht mal einfach so. Da muss alles, aber auch alles passen… Aber genug der Kritik, denn wir haben bisher noch keinen der Weine im Glas, in der Nase und im Mund gehabt. Umso aufregender werden die kommenden Tage! Denn wir freuen uns auf genau die so genannten „kleinen“ Weine, die in solch guten Jahrgängen wirklich immer traumhafte Qualitäten liefern. Wie in jedem Jahr, geht es uns darum, für Sie die Spreu vom Weizen zu trennen. Wir machen uns wieder auf die Suche nach Entdeckungen des Jahrgangs und freuen uns auf die kleinen aber feinen Unterschiede der Grand Cru Classé und verschiedenen Appellationen.

Gute Voraussetzungen für einen super Bordeaux-Jahrgang 2016

Winter, Frühling und Frühsommer waren perfekt für die Erholung der Reben, dem Austrieb sowie der Blüte. Nur kurz war die Angst vor zu viel Regen im Januar und Frost während der Blüte. Ende Mai starke Gewitter und ein Hagelsturm entlang der Dordogne. Glücklicherweise waren nicht alle Regionen davon betroffen… Dann kam der Sommer, ein heißer und äußerst trockener Sommer. Im Juli und August war es so lange trocken und heiß wie noch nie zuvor. So stoppte auch die Entwicklung der Reife, eine Art Reiferückstand trat ein. Doch im September endlich Regen, die Wünsche der Winzer wurden erhört! Der Regen pushte die Vegetation voran und Saft und Reife trieben in die Trauben. Der Herbst war dann mild, trocken ohne Nebel oder Niederschläge. Es konnten alle Parzellen ganz in Ruhe und ohne Hektik genau zur individuell perfekten Reife geerntet werden. Die Messe war gelesen. Ein Superjahrgang 2016 füllt nun die Keller in Bordeaux!

Persönlich freue ich mich übrigens auf die Weine im Norden von Médoc. Ich bin ein Fan von den Châteaux in und um Saint-Éstéphe. Morgen in der Früh geht’s los, wir sind gespannt!

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