Pomerol und Saint Émilion

Nach dem unser erster Tag in und um Bordeaux ganz im Zeichen des Médoc stand, zog es uns am Tag darauf auf das rechte Ufer nach Pomerol und Saint Émilion. Der Start konnte besser nicht sein, denn bereits um 9 Uhr hatten wir unseren Termin bei Pétrus. Was für ein Star des Jahrgangs! Unglaublich fruchtbetont, elegant und fein. Besser kann Merlot nicht sein. Wo war hier der Frostschaden? Qualitativ war nichts zu merken!

Petrus

Dann die Grand Cru Verkostung in Pomerol. Hier spürten (schmeckten) wir das erste Mal die Auswirkungen des Frostes. Zwischen unglaublich harmonischen Weinen mit viel Extrakt und Frucht (L’Église Clinet, Trotanoy & La Fleur Pétrus) verkosteten wir auch etwas unreife, zurückhaltende Weine. Eine der positiven Überraschungen: Château Bourgneuf – ein Must Buy aus Pomerol. Ein weiteres Château, welches man sich merken sollte, war Villamaurine. Sehr fein, aber keinesfalls flach. Total „sweet“ im Charakter, dazu im Abgang wunderbare Tannine, die ein langes Leben versprechen.

Weiter ging es nach Saint Emilion. Troplong Mondot ist superb. Volle Frucht, schmackhafte Tannine und dazu ein wunderbar langer Nachhall! Die Extraktion ist nicht mehr ganz so stark wie in den Jahren zuvor, der Wein wirkt etwas frischer, geschmeidiger, jedoch ohne seinen Typus als Kraftpaket zu verlieren.

Troplog Mondot

Beim Besuch auf Canon La Gaffeliere präsentierte uns von Neipperg seine gesamte Range. Ein Blockbuster jagte den anderen. Klar, der Grand Vin hatte schon etwas mit den Nachwirkungen des Frostes zu kämpfen, trotzdem superfein und fruchtbetont. Ein Canon La Gaffeliere, der recht früh wahnsinnig viel Spaß machen wird. Fantastisch in Sachen Preis/Qualität sind die vermeintlich kleinen Clos Marsellette, seinem kleinen aber feinen Clos in Pessac-Léognan, d‘Aighuile – der Castillon und Clos l’Oratoire – ein Saint Émilion. Alles Weine, die für sich stehen, unbedingte Kaufempfehlungen. Ebenfalls kistenweise in den Keller legen sollten Sie sich Château Fleur-Cardinale!

Der absolute Spitzenreiter in Saint-Émilion: Château Angelus. Hier führt kein Weg dran vorbei. Gefolgt von Figeac. Durch das Cabernet-Terroir einmal mehr einer der Glückspilze in diesem Jahrgang! Den Tag abgeschlossen haben wir bei unseren Freunden auf Château Bernateau. Über Jahrzehnte beziehen wir bereits diesen „kleinen“ Saint Emilion Grand Cru. Doch was sich dort in den letzten 5 Jahren entwickelt hat ist extraordinär! Ein Lieblingswein folgt dem anderen. Selbst mit schwierigen Bedingungen wie in 2017 kommt man (sicher auch Dank der Beratung von Hubert de Bouard (Angelus) zurecht. Chapeau!

Bernateau

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