Heartland Wines ist ein Joint Venture von sieben jungen Leuten, die sich 2001 zusammengetan haben, um aus ihrer Liebe für guten Wein eine gemeinsame Unternehmung zu machen. An der Spitze steht kein Geringerer als Ben Glaetzer, Sproß der berühmten Winzerfamilie Glaetzer. Wir haben mit dem sympathischen Star-Önologen und bekennendem Wine-o-holic über dieses ehrgeizige Projekt geprochen…

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Ben, was genau verbirgt sich hinter dem Namen Heartland?

„Heartland Wines“ steht vor allem für die ehrlichen und hart arbeitenden Winzer-Familien, die die wunderschönen Weinberge der rauen, urwüchsigen Natur Australiens liebevoll bewirtschaften. Genau diese Authentizität wollen wir Jahrgang für Jahrgang in die Flasche bringen.

Warum habt ihr euch für das Projekt ausgerechnet Langhorne Creek ausgesucht und was beeinflusst den Charakter eurer Weine aus dieser Region am meisten?

Definitiv der Wind, der jeden Nachmittag pünktlich um 17 Uhr vom Südpolarmeer über unsere Weinberge fegt – wir nennen ihn „The Lake Doctor“! Ich gehe morgens um 4 Uhr mit einer Dicken Jacke in die Weinberge, mittags um 12 Uhr im T-Shirt, aber nach 16h – keine Chance! Denn wenn der „Doctor“ kommt, bläst er mit enormer Kraft und Kälte über die von der heißen Sonne ausgetrockneten Böden und entwickelt sich nicht selten zu einem Staubsturm von nahezu biblischen Ausmaßen. Das kühlt die Weinberge über Nacht extrem herunter und gibt unseren Weinen, bedingt durch eine längere Reifephase, enorm viel Komplexität und Charakter gepaart mit der typisch „Australischen“ Frucht. Für die Reben perfekt, aber für mich persönlich steht eines fest, diesen „Arzttermin“ lasse ich in jedem Fall ausfallen!

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Was magst Du am Weinmachen besonders?

Wenn wir mit dem gesamten Team um unseren Verkostungstisch stehen und die neuen Jahrgänge cuveétieren. Genau dann geben wir unseren Heartland Weinen ihr ganz eigenes Gesicht und es zeigt sich, wie gut wir das ganze Jahr über gearbeitet haben. Das ist immer absolut nervenaufreibend und nicht selten geht es dabei schon ganz schön zur Sache, weil jeder seine eigenen Vorstellungen hat. Aber es sind eben auch jene Momente, in denen wir stolz sein können auf das, was wir durch die viele harte Arbeit geschafft haben.

Hast Du eine Lieblingsrebsorte?

Langhorne Creek beherbergt tatsächlich die ältesten dokumentierten Cabernet-Reben Australiens. Diese haben ein Alter von über 125 Jahren. Aber auch die lange Shiraz -Tradition versetzt uns und unsere Weinbauern in die schöne Situation, auf eine enorme Erfahrung in Bezug auf den An- und Ausbau beider Rebsorten zurückgreifen zu können. Meine persönlichen Erfahrungen in anderen Regionen Australiens und der Welt wurden ebenfalls immer von Shiraz und Cabernet geprägt. Wenn Du  mich fragst, ob ich lieber eine Flasche Shiraz oder Cabernet öffne, wäre es wohl Erstere.

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Was trinkst Du, wenn es keinen Australischen Shiraz gibt?

Ohne Frage Italienischen Rotwein! Ob Sangiovese oder Cabernet spielt dabei für mich keine Rolle. Hier finde ich oftmals die Balance, die ich auch in meinen eigenen Weinen suche und die bei mir immer wieder die Lust auf mehr weckt. Das ist im Übrigen auch der Grund, warum die Leute nicht verwundert sein sollten, dass ich auch schon mal Dolcetto und Lagrein mit Cabernet und Shiraz zusammen bringe. Vielleicht eine eher ungewöhnliche, aber für mich persönlich eine sehr charmante Kombination.

Deine Definition des Heartland-Projektes in einem Satz

Du kannst die besten Weine der Welt machen, wenn sie jedoch niemand probiert, bringt es Dir gar nichts. Und genau deshalb machen wir Weine, die erschwinglich und verfügbar sein sollen, damit sich jeder von deren außergewöhnlich gutem Preis-/Genussverhältnis überzeugen kann.

 

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